TIPP zu hybriden Gemüsesorten!

Bin ich auch eine Hybride? Ja natürlich, auch mein Mann und alle anderen Menschen, denn jeder hat einen Vater und eine Mutter, die uns ihre mehr oder weniger positiven Eigenschaften weiter vererbt haben. Im Pflanzenreich kreuzen die Züchter bewusst bestehende Sorten mit erwünschten Eigenschaften aus Wildpflanzen. Das Ziel sind erhebliche Verbesserungen. Dabei geht es nicht nur um kompakteren und kräftigeren Wuchs, frühere Ernten, höhere Erträge und besseres Aroma, sondern viel häufiger um gesündere Sorten, die gegen Pflanzenkrankheiten widerstandsfähig (tolerant) oder sogar immun (resistent) sind. Das funktioniert auch schon gegen Schädlinge. Echt super finde ich Salate, die nicht mehr von Läusen befallen werden (zum Beispiel ‚Dynamite’) oder Tomaten mit Resistenz gegen Nematoden, die im Boden so gerne an den Wurzeln saugen.  Manche Züchter  nennen ihre Züchtungen F1-Hybriden, quasi als Qualitätssiegel. Für mich weiß ich, dass es keinerlei Sinn macht, von denen selber Samen abzunehmen, denn die Nachkommen  zeigen allen möglichen Eigenschaften der Eltern, aber das ursprüngliche Ergebnis wird nicht wieder erreicht. Ist mir ehrlich auch schnuppe, denn ich kaufe immer neu. Ich genieße lieber meinen Garten und muss nicht noch mühsam Samen erzeugen. Und wer garantiert mir denn, dass der am Ende genügend keimt?

Im übrigen verstehe ich das Gerede um F1-Hybriden nicht. Die ersten gab es schon 1904, also vor mehr als 100 Jahren, die Methode hat also schon Patina angesetzt und ist nur eine von vielen Züchtungsmethoden, dabei keineswegs negativ. Ich beiße lieber mit Genuss in moderne Karottensorten wie ‚Flyaway F1’, die nicht mehr von der Möhrenfliege mit ihren ekligen Maden befallen werden. Ich wünsche mir mehr solcher Züchtungen, dann spare ich das lästige Spritzen und kann unbesorgt leckeres Gemüse genießen.

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0.0/5 (0 votes cast)

Kommentare