Frühaussaaten – Es kribbelt schon in den Fingern

Kaum lacht die Sonne vom blauen Himmel, fühle ich mich schon im März und denke, ich hätte den Frühling versäumt. Dabei ist bislang alles perfekt „just in time“. Allzu frühes Aussäen schadet nur, besonders wenn es um die Anzucht von Tomaten, Andenbeeren, Auberginen oder Sommerblumen wie Fleißige Lieschen, Männertreu oder Löwenmäulchen geht. Haben die noch zu wenig Licht, werden die Triebe lang (die Gärtner sagen dazu „geil“) und die Umfallkrankheit rafft viele Keimlinge hinweg. Jetzt aber ist der trübe Winter vorbei, meine Pflänzchen auf der Fensterbank keimen und wachsen, dass es eine Freude ist. Gegen die leidige Umfallkrankheit habe ich ein patentes Rezept: ich siebe eine dünne Lage weißen Sand über Schalen mit Gesätem oder Pikiertem. Das reflektiert Licht und neutralisiert allzu viel Nässe. Was sonst noch wichtig ist: legt mal die Finger auf die Fensterbank. Na? Ziemlich kalt! Denn da strömt die Kälte von draußen nach drinnen und das ist für viele empfindliche Pflanzenbabys zu wenig. Legt einfach ein Brettchen aus Holz, Kork oder Styropor darunter. Das isoliert schon enorm. Übrigens: wer in Schalen aussät, muss schon bald zu dicht stehende Pflänzchen umsetzen (pikieren), damit sie mit genügend Platz weiter wachsen. Ich spare mir diese mühsame Arbeit und säe wie ein Profigärtner gleich in Topfplatten oder Jiffy-Torftöpfe aus, bei teuren Samen immer 1 Korn, bei anderen zur Sicherheit 2 bis 3. Ruck-zuck sind die Keimlinge draußen und dann knipse ich alle schwächlichen weg, nur eine kräftige Pflanze darf weiter wachsen. Das bekommt den Jungpflanzen gut, stört sie nicht, verkürzt die Anzucht, ist viel sicherer und bequemer.

Noch ein Tipp: Normale Blumenkasten- oder Pflanzerde ist nichts für zarte Keimlinge, sie könnten durch Düngesalze leiden. Nehmt hochwertige Aussaat- oder Anzuchterde. Was übrig bleibt, lässt sich auch noch zum Pikieren und für Stecklinge nutzen. Das Säen ist einfach: die Erde gleichmäßig verteilen, glatt ziehen und mit den flachen Händen leicht verdichten. Dann den Samen gleichmäßig dünn verteilen, mit 2-3 mm Erde abdecken und mit feiner Brause durchfeuchten. Bei Lichtkeimern wie Petunien, Fleißigen Lieschen, Männertreu oder Begonien bleiben die feinen Samen allerdings unbedeckt, man drückt sie nur leicht an.

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