Gemüse säen: So klappt’s mit Möhre, Tomate und Co.

Bald ist es soweit! Schon ab März können Sie mit der Aussaat verschiedener Gemüsesorten beginnen. Der richtige Zeitpunkt für die Aussaat ist abhängig von Sorte und Temperatur.
Gemüsesamen brauchen alle eine bestimmte Mindesttemperatur zum Keimen. Ist es zu kalt, bleiben sie im Boden liegen und die Wühlmäuse freuen sich über den schmackhaften Snack zwischendurch.  Ein wenig Geduld ist also angebracht. Je nach Sorte kann dann gleich ins Freiland oder unter den Folientunnel gesät werden. Andere, sonnenhungrige Sorten brauchen zunächst noch die Wärme der Fensterbank um zu keimen.
Aussaat: Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Im Haus gilt die Faustregel, nicht vor dem ersten März mit der Aussaat zu  beginnen. Zwar ist die Temperatur im Haus hoch genug, um die Samen zum Keimen zu bringen, doch hat die Sonne noch nicht genug Kraft, um den jungen Pflänzchen genug Licht zu bieten. Die Folge wäre Vergeilung, also lange, dünne Stängel und kleine Blättchen. Wer das verhindern möchte, muss den Sämlingen im Haus mit einer Pflanzenleuchte zusätzliches Licht verschaffen.
Decken Sie die Samen auf der Fensterbank unbedingt transparent ab, damit sie genug Luftfeuchtigkeit bekommen. Einmal am Tag lüften, damit sich keine Pilzkrankheiten bilden.

Draußen, im Gewächshaus oder im Frühbeet, sieht die Sache anders aus. Hier kann man schon etwas früher aussäen, denn die Sonne bietet hier auch so früh im Jahr genug Licht, um die Samen gut keimen zu lassen. Möhren zum Beispiel kann man gut schon im März aussäen, Bohnen sollten so spät in die Erde, dass sie erst nach den Eisheiligen Mitte Mai keimen. Die meisten Wurzelgemüse dürfen ab April ins Beet.

Vorziehen oder gleich ins Beet?
Die meisten Gemüsesorten müssen Sie nicht unbedingt unter Glas vorziehen. Ihnen reicht es, wenn sie zu passender Zeit direkt ins Beet gesät werden. Bei anderen ist das Vorziehen nötig, weil ihre Vegetationsperiode sonst viel zu kurz wäre, um Früchte hervorzubringen. Zu diesen Sonnenanbetern gehören zum Beispiel Tomaten, Paprika, Zucchini, Auberginen oder Gurken. Dagegen können Möhren, Pastinaken, Radieschen oder Spinat gleich ins Freiland gesät werden. Aussaat-Kalender geben Auskunft darüber, welche Sorten wann gesät und ausgepflanzt werden können.
Die richtige Erde wählen
Besorgen Sie sich auf jeden Fall spezielle Aussaat-Erde für Ihre Gemüsesamen. Im Unterschied zu normaler Pflanzerde ist Aussaat-Erde sterilisiert, so dass Pilzsporen, Krankheitserreger und andere Mikroorganismen keine Chance haben, die empfindlichen Samen zu schädigen.
Aussaat-Erde hat sehr wenig Nährstoffe und auch das ist wichtig für die Zukunft der Sämlinge: So müssen sie viele kräftige Wurzeln ausbilden, um an die nötigen Nährstoffe zu kommen. Profis arbeiten mit Schichten und geben die Aussaat-Erde auf normale Pflanzerde. So wachsen die Sämlinge kräftig an und bekommen anschließend wichtige Nährstoffe in der unteren Erdschicht.
Wann geht’s in Freie?
Die meisten Gemüsepflanzen sind frostempfindlich, daher sollte man die Eisheiligen Mitte Mai abwarten, bis man seine vorgezogenen Pflänzchen ins Freie bringt. Standen sie vorher auf der warmen Fensterbank, sollten Sie sie nur mit warmem Wasser gießen, damit die jungen Pflänzchen keinen Temperaturschock bekommen.  Auch direkte starke Sonneneinstrahlung vertragen sie noch nicht gut. Decken Sie die Beete in den ersten Tagen draußen mit einem Schattiernetz ab oder sorgen Sie für einen schattigen Standort.

 

Gemüse auf dem Balkon
Übrigens: Viele Gemüsesorten lassen sich auch gut auf Terrasse oder Balkon im Kübel pflanzen. Gerade die beliebten Tomaten haben damit überhaupt kein Problem. Wichtig ist hierbei nur, dass man ausreichend gießt und die Pflanzen mit Dünger versorgt, da das Nährstoffangebot im Topf sonst bald aufgebraucht ist. Achten Sie außerdem auf eine gute Drainageschicht unten im Topf.
Gutes Gelingen und reiche Ernte!

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