Rosen schneiden: wann und wie weit?

Ein Haarschnitt kann uns Menschen um Jahre jünger machen. Ähnlich verhält es sich bei vielen Rosen, die man zugunsten einer Verjüngung regelmäßig schneidet und dabei ist einiges zu beachten.

Viele Rosen zählen zu den Gehölzen, die zur Verjüngung geschnitten werden müssen. Hierbei sind einige Grundregeln zu beachten, die über die zukünftige Entwicklung entscheiden, wie z.B. wann und wie weit Rosen zurückgeschnitten werden. Schnittmaßnahmen fördern die Bildung junger Triebe, die Blühfreudigkeit und verhindern ein Vergreisen der Rose. Grundsätzlich gilt für öfter blühende Rosensorten: Je mehr junges Holz, desto mehr Blüten. Der Grund lässt sich einfach erklären, denn es gelangt mehr Licht ins Strauchinnere.

Rosen: wie weit zurückschneiden?

Wie weit Rosen zurückgeschnitten werden, hängt von dem regionalen Klima und von den eigenen Erfahrungen in der Rosenkultur ab. Häufig hört man unterschiedliche Meinungen zum Umfang des Rosenschnittes. In Regionen mit stärkeren Frösten werden Rosen gernn weit zurückgeschnitten, da Triebe häufiger zurückfrieren. In milderen Lagen sieht man weniger starke Rosenschnitte. Grundsätzlich gilt, wenn man weit zurückschneidet, bleiben wenige Knospen (auch als Augen bekannt) übrig. Die Pflanzenkraft verteilt sich somit auf weniger, dafür aber längere und stärkere Triebe. Einen schwächeren Rückschnitt folgen mehr, dafür kürzere und schwächere Triebe.

Die Triebe werden etwa einen halben Zentimeter über dem Auge leicht schräg durchgeführt. Dabei sollte sich das Auge am obersten Punkt des eingekürzten Triebes befinden. Zu schräge Anschnitte sind zu vermeiden, da die Schnittwunde nur unnötig an Größe gewinnt. Um Quetschungen beim Rosenschnitt zu vermeiden, ist eine scharfe Rosenschere zu verwenden.

Rosen im Herbst oder Frühjahr schneiden?

Das Rosen schneiden im Herbst ist heute kaum noch üblich. Die Vorwinterzeit nutzt man lediglich, um lange Triebe zu kürzen und somit vor Windbruch oder der Schneelast zu schützen. Das eigentliche Schneiden der Rosen findet im Frühjahr statt. In milden Regionen kann schon im März, in rauen Lagen erst Mitte April mit dem Verjüngungsschnitt begonnen werden. Als Orientierung kann die Blüte der Forsythie als Hilfe dienen. Spätfröste können dem jungen Neutrieb durch einen zu frühen Rückschnitt stark zusetzen.
Zunächst werden kranke, verletzte oder braune Triebe herausgeschnitten. Der Schnitt wird im gesunden Holz mit grünweißer Färbung durchgeführt. Ebenso werden am Ansatz steckengebliebene Triebstummel entfernt. Beim Rosen schneiden sollte man nicht zu ängstlich vorgehen, denn ein starker Rückschnitt fördert die Blütenbildung.

Die Schnittabfälle dürfen nicht im Beet verbleiben, denn Pilze und Schädlinge können sich ansonsten gut verbreiten. Es bietet sich die Biotonne an, denn der gefürchtete Sternrußtau kann auch vom Kompost übergreifen. Gute Rosengärtner erkennt man an der Sauberkeit des Beetes nach dem Schneiden der Rosen.

Sind diese Arbeiten erledigt, werden die Rosen das Schneiden mit einer üppigen Blühfreude danken.

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Kommentare

  1. Christine Kamprath meint

    Guten Tag, ich habe eine Anfrage: Im Spätherbst habe ich meine Rosenbüsche bis auf ca 50 cm zurückgeschnitten. Jetzt kommt überall der Neuaustrieb heraus, soll ich das so lassen oder weiter zurückschneiden? Auf ihre Antwort würde ich mich sehr freuen. MfG.