Gartenorchideen: kostbare Schätze für den Garten

Orchideen haben sich zu treuen und pflegeleichten Zimmerpflanzen auf dem Fensterbrett entwickelt. Was sich im Zimmer bewährt hat, funktioniert auch im Freien mit Gartenorchideen. Bislang als Geheimtipp unter Pflanzenliebhabern gehandelt, erfreuen sich diese Gartenschätze in den letzten Jahren steigender Popularität.

Hört man den Begriff Orchideen, denkt man zweifellos sofort an prächtig blühende Fensterbänke mit einem Hauch exotischem Flair. Orchideen für den Garten galten lange Zeit als sensible Sammlerobjekte für enthusiastische Pflanzenlieber. Bei vielen Arten ist das auch noch so, denn zahlreiche Gartenorchideen sind Liebhaberpflanzen, die einen grünen Daumen erfordern.

Züchtung schafft gartenwürdige Orchideen

Gartenorchideen reagieren auf ihr Umfeld sehr sensibel. Die natürlichen Arten benötigen optimale Standorte, angepasste PH-Werte und viel Erfahrung in der Pflege. Hintergrund ist ein häufiges Zusammenleben als Symbiose zwischen den Orchideen und Bodenpilzen, das für die Pflanzenentwicklung entscheidend ist. Bereits bei leichten Pflegefehlern kann es zum Absterben der Bodenpilze kommen und die Gartenorchidee beginnt zu verkümmern.

Seitdem die Pflanzenzüchtung die Gartenorchideen für sich entdeckt hat, gibt es zahlreiche gartenwürdige Hybriden. Sie eignen sich für den normalen Garten und sind im Vergleich zu ihren natürlichen Artverwandten recht pflegeleicht. Zusätzlich punkten sie mit großen Blüten, außergewöhnlichen Färbungen und guter Frosthärte. Da Gartenorchideen als Gartenjuwelen eine höhere Investition bedeuten, sollte man sich zum Einstieg für Orchideen-Hybriden entscheiden.

Gartenorchideen im Hausgarten

Kostbarkeiten wie Gartenorchideen sollte man einen besonderen Platz geben. Schließlich soll die Investition nicht zwischen Stauden und Sommerblumen im Beet untergehen. Je nach Anspruch der einzelnen Orchideenart wird der Boden angepasst. Bis auf Ausnahmen, wünschen die meisten Gartenorchideen kalkfreie Böden. Feuchtigkeitsliebende Arten lieben Standorte im Moorbeet, die sonnig aber auch halbschattig gelegen sein können. Orchideen mit geringeren Feuchtigkeitsansprüchen gedeihen hervorragend als Unterwuchs von Rhododendren und Azaleen. Volle Sonne ist bei diesen Arten zu vermeiden, denn das Laub verbrennt rasch. Erfahrungsgemäß eignen sich ost- oder nordseitig ausgerichtete Pflanzplätze.

Vor dem Kauf empfiehlt sich eine Beratung oder eine gute Recherche, welche Ansprüche die Gartenorchidee hat. Anschließend kann geprüft werden, ob ein passender Standort im Garten vorhanden ist oder hergerichtet werden kann. Ein Moorbeet lässt sich beispielsweise gut in der Nähe eines Gartenteiches herrichten. Der Wasserüberlauf des Teiches kann beispielsweise direkt in das torfhaltige Beet führen. Als Begleitpflanzen passen verschiedene fleischfressende Pflanzen, auch als Karnivoren bekannt.

In der Nachbarschaft zu Rhododendren hat man bereits den Vorteil, dass man von kalkfreiem Boden ausgehen kann. Wichtig ist ein guter Wasserabzug oder Drainage. Starke Bodennässe kann auf Dauer schaden.

Gartenorchideen Pflege

Mit dem richtigen Standort sind Gartenorchideen sehr pflegeleicht. Sie begnügen sich mit den Nährstoffen aus dem Boden und fordern lediglich eine gleichmäßige Bodenfeuchte. An heißen Tagen steht regelmäßiges Wässern auf dem Programm. Abgestorbene Pflanzenteile werden zum späten Winter zurückgeschnitten und auf dem Kompost entsorgt. Das Umpflanzen ist dagegen eine heikle Angelegenheit und sollte nur vorgenommen werden, insofern es unbedingt notwendig ist. Entscheidend ist dabei den richtigen Zeitpunkt abzupassen, der häufig zu Beginn des Austriebes im Frühjahr liegt.

Empfehlenswerte Gartenorchideen

Die Vielfalt an Gartenorchideen ist sehr groß. Zu den bekanntesten und gartenverträglichsten Orchideen zählen Frauenschuh, Knabenkräuter, Japan- und Tibetorchideen.

Der Frauenschuh (Cypripedium) ist wohl die bekannteste Gartenorchidee. Mit ihren großen Blüten in den unterschiedlichsten Farbschattierungen entwickelt sie sich schnell zum Star unter den Gartenpflanzen. Viele natürliche Arten sind nach wie vor schwierig zu pflegende Liebhaberpflanzen. Die neuen Züchtungen der letzten Jahre sind jedoch sehr gartenverträglich und auch für Einsteiger zu empfehlen.

Bei den Knabenkräutern (Dactylorhiza) handelt es sich um heimische Orchideen, die auf Feuchtwiesen streng unter Naturschutz stehen. Für das heimische Moorbeet eignen sich wuchskräftige und pflegeleichte Züchtungen.

Bestens für Einsteiger ist die Japan-Orchidee (Bletilla) geeignet. Sie verträgt lockeren Gartenboden, ist wenig anspruchsvoll und fühlt sich je nach Bodenfeuchte sowohl in sonnigen als auch halbschattigen Lagen wohl. Lediglich im Winter ist eine Abdeckung zum Schutz vor Kahlfrösten und starker Nässe ratsam.

Tibetorchideen (Pleione) zählen ebenfalls zu den Gartenorchideen, wobei nur die aus dem Himalaya stammende Pleione limprichtii vollkommen frosthart ist. Alle anderen Tibetorchideen hält man am besten in einer Tonschale, die im Winter mit ins Haus genommen wird. Tibetorchideen werden lediglich nur einige Zentimeter groß, jedoch haben sie große Blüten in fantastischen Färbungen.

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