Krankheits- und Schädlingsbekämpfung im Garten

Krankheiten und Schädlinge zählen zu den Schattenseiten des Gärtnerns. Insbesondere nach milden Wintern und einem feuchtwarmen Frühjahr breiten sich Infektionen und Schädlinge rasant aus. Verhindern lässt sich ein Befall kaum, aber mit Vorbeugung und der richtigen Behandlung lässt sich einer Verbreitung entgegenwirken.

Das Gärtnerherz blutet, wenn seine Gartenschätze kränkeln oder von Schädlingen befallen werden. Die Symptome sind so vielfältig wie die Pflanzenwelt selbst. Es ist daher nicht einfach, die Erscheinungen richtig zu deuten. Abhilfe mit kompetentem Rat schaffen die Pflanzenschutzexperten der Landwirtschaftsämter. Sie identifizieren den möglichen Befall zweifelsfrei und können Lösungsmöglichkeiten für die Schädlingsbekämpfung aussprechen.

Pflanzenerkrankungen

Ganz grob unterscheidet man Pflanzenkrankheiten in Virus-, Bakterien- und Pilzerkrankungen. Letztere treten in der Gartenkultur am häufigsten auf und ihre Ausbreitung lässt sich durch den Einsatz von speziellen Fungiziden (Pilzbekämpfungsmittel) behandeln. Ähnlich einer Grippewelle werden Pilzsporen durch die Luft übertragen und infizieren anfällige Pflanzen. Bestimmte Arten reagieren auf Pilzerkrankungen besonders empfindlich und zeigen typische Symptome. Bekannte Pilzerkrankungen sind beispielsweise Sternrußtau, Mehltau, Rost oder Grauschimmel, die sich häufig in auffälligen Blattflecken oder einen Pilzrasen äußern.

Bakterielle Erkrankungen kommen seltener vor, sind in ihren Auswirkungen jedoch schlimmer. So wird unter ungünstigen Bedingungen Kernobst vom Feuerbrand befallen. Diese gefürchtete Krankheit äußert sich durch ein Triebsterben, das nach einem Vertrocknen der Triebspitzen aussieht. Sobald erste Symptome erkennbar sind, ist unverzüglich ein Pflanzenschutzexperte hinzuzuziehen, denn die Krankheit ist aufgrund der schnellen Übertragungsgefahr meldepflichtig.

Schädlinge an Gartenpflanzen

Neben Krankheitsbildern schaden den Kulturpflanzen auch Schädlinge. Zur Plage sind Nacktschnecken geworden, die mittlerweile fast alles durch ihren unersättlichen Hunger anfressen. Fraßschäden werden auch von Käfern und Raupen verursacht. Gegen Sie helfen Molluskizide. Feuchtwarme Witterung ist jedoch nicht nur für Schnecken ein Paradies, sondern auch Blattläuse setzen sich an zahlreichen Pflanzen ab. Sie bevorzugen die weichen Teile an den Triebspitzen einer Pflanze. Heißes trockenes Wetter bietet optimale Möglichkeiten für Spinnmilben. Sie saugen den Saft aus den Blattzellen und hinterlassen weiße Punkte auf dem Laub. Blattverformungen können ein Indiz für Gallmilben sein. Schädlinge greifen nicht nur den Spross an, denn so fressen Engerlinge oder Dickmaulrüssler Wurzeln an und schaffen Eintrittspforten für Pilze und Krankheiten.

Schädlingsbekämpfung & Pflanzenschutz

Die Krankheits- und Schädlingsbekämpfung ist ein heikles Thema. Zum einen möchte man im Garten keine Pflanzenschutzmittel verwenden, andererseits kommt man bei einem hartnäckigen Befall kaum umhin. Die Pflanzenschutzmittel lassen sich nach ihrem Einsatzgebiet untergliedern. Ein Pilzbefall wird mit einem sogenannten Fungizid behandelt. Insektizide sind auf die Bekämpfung von Schadinsekten fokussiert, zu denen auch die Akarizide zählen. Sie richten je nach Wirkstoff gegen Spinnentiere bzw. Spinnmilben. Herbizide nehmen eine besondere Stellung unter den Pflanzenschutzmitteln ein. Sie richten sich nicht gegen Krankheiten oder Schädlinge, sondern dienen der Unkrautbekämpfung. Bei der Verwendung von Pflanzenschutzmitteln ist penibel auf die Anwendungs- und Dosierungsinformation zu achten, denn ein falscher Einsatz kann zu Gesundheits- oder Umweltschäden führen.
Grundsätzlich sollte man auf Vorbeugung statt Behandlung setzen. Gesunde Pflanzen mit gutem Luftaustausch werden seltener befallen. Entgegen der chemischen Keule gibt es auch umweltfreundliche Präparate auf natürlicher Basis. Dazu gehören beispielsweise Mittel mit dem Wirkstoff des Neembaumes oder der Pyrethrummargerite. Wirkung zeigen auch alte Hausmittel, wie z.B. die bewährte Brennnesselbrühe oder der Einsatz von Nützlingen. Gegen eine Läuseplage helfen immer noch Marienkäfer und Ohrwürmer als natürliche Feinde.

Auch wenn sich Krankheiten und Schädlinge nicht verhindern lassen, gibt es viele Möglichkeiten vorzubeugen und sie zu bekämpfen. Es ist aber dringend zu empfehlen, bei einem starken Befall die Hilfe eines Fachmanns in Anspruch zu nehmen, der sich mit Schädlingsbekämpfung auskennt.

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