Jungbäume umpflanzen

Kalendarisch herrscht noch tiefster Winter, obwohl die Sonne kräftig zulegt. Bevor die letzten Winterfröste der Vergangenheit angehören, lassen sie sich noch für Umpflanzarbeiten von Jungbäumen nutzen.

Vor einigen Jahren gepflanzt, stellt man erst im Laufe der Zeit fest, dass Zier- oder Obstbäume am falschen Platz stehen. Zum Roden sind die Jungbäume einfach zu schade, sodass man ein Jungbäume umpflanzen wagen sollte.

Die Vorbereitungen beginnen im Frühjahr zuvor

Um eingewurzelte Gehölze möglichst schadlos umzupflanzen, bedarf es einer durchdachten Strategie. Bereits im Frühjahr wird der nicht zu alte Baum zur Wurzelneubildung angeregt. Mit einem scharfen Spaten wird der Stamm wird im Abstand von ca. 50cm leicht schräg zur Wurzeln hin umstochen. Ein weiterer Abstand mag für die Pflanze besser sein, jedoch wird der neue Wurzelballen so groß und schwer, dass ein Umsetzen kaum möglich ist. Beim Umstechen werden die dicken Hauptwurzeln mit etwas Krafteinsatz durchtrennt. Die Wurzelbeschädigung löst in der Pflanze die Bildung neuer Feinwurzeln aus. Um diesen Vorgang zu fördern, muss in den folgenden Monaten die Erde gut feucht gehalten werden. Bis zum Herbst bildet sich ein Wurzelballen mit vielen neuen Feinwurzeln am alten Standort.

Jungbäume umpflanzen bei Frost

Das Pflanzen bei Frost hört sich sicherlich etwas verrückt an, jedoch kann der Frost eine gute Hilfe für Umpflanzmaßnahmen sein. Leichte Böden haben eine grobe Struktur, die den Wurzelballen bei Pflanzarbeiten auseinanderfallen lässt. Um das zu vermeiden, wird in einer frostfreien Phase um den Wurzelballen ein Graben leicht konisch von etwa einem halben Meter ausgehoben. Die Tiefe richtet sich nach der entsprechenden Wurzeltiefe. In der Erde bleibt ein freigegrabener Wurzelballen. Im gleichen Zuge wird ein Pflanzloch am neuen Standort ausgehoben. Es sollte im Durchmesser 10 bis 20 cm größer als der zu verpflanzende Wurzelballen sein.

Folgt in den Tagen darauf schwacher bis mäßiger Frost, friert der Wurzelballen vollständig durch. Späte Fröste haben selten die Kraft, noch ernsthafte Wurzelschäden zu verursachen. Beschleunigen lässt sich das Durchfrieren, indem der Wurzelballen nach dem Freigraben mit Wasser übergossen wird. Nun hat man einen festen Wurzelballen, den man mit dem Spaten endgültig vom Standort löst. Ohne große Schäden am Wurzelwerk anzurichten, lässt sich der Baum an den neuen Standort transportieren und einsetzen. Zum Verfüllen verwendet man den Erdaushub. Idealerweise wartet man die nächsten frostfreien Tage ab und mischt die Erde mit fruchtbarem Kompost. Mit dem Verfüllen und Wässern ist die Arbeit jedoch noch nicht ganz getan.

Kronen-Wurzelverhältnis

Damit die Wurzeln nach dem Umpflanzen nicht mit einer mächtigen Krone überfordert sind, wird die Baumkrone zurückgeschnitten. Hierbei werden die geläufigen Schnittmethoden angewendet, die sich für die jeweilige Kronenform empfiehlt. Der Rückschnitt kann durchaus stärker ausfallen, denn Wurzeln und Krone sollten ein annäherndes Gleichgewicht bilden.

Um das Anwachsen nicht zu behindern, darf der Wurzelbereich in den kommenden Monaten nicht unter Trockenheit leiden. Eine Mulchschicht schützt die Baumscheibe vor dem Austrocknen.

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