Boden auflockern: So geht’s ohne Rückenschmerzen

Knackiges Gemüse und farbenfrohe Blumen sind der Stolz jedes Gärtners. Damit alles gut wachsen und gedeihen kann, muss man den Boden auflockern und durchlässig machen. Wenn Sie jetzt mit Schaudern ans Umgraben denken: Vergessen Sie’s.

Warum den Boden auflockern?

Trockener, rissiger Boden im Sommer – kommt Ihnen das bekannt vor? Schuld daran ist der so genannte  Kapillareffekt. Er sorgt dafür, dass  Wasser aus der Erde an die Oberfläche steigt und dort verdunstet. Der Boden trocknet aus und wird fest und kompakt. Lockern Sie daher besonders nach Regenschauern den Boden mit der Grabgabel auf, um das Wasser am Verdunsten zu hindern. So bleibt es länger im Boden gespeichert und Sie müssen wesentlich weniger gießen.

Zum Boden auflockern einfach mit der Grabgabel die Erde vorsichtig anheben oder den Stiel leicht hin und her bewegen. Damit bringen Sie Sauerstoff in die Erde, sie wird krümelig und bietet allen Pflanzen genug Platz, Wurzeln auszubreiten. Anstelle der Grabgabel können Sie auch den Sauzahn verwenden, um die Erde aufzulockern.
Wer beim Lockern gleichzeitig Kompost hinzumischt, tut seinem Boden etwas Gutes. Die Mikroorganismen im Kompost sorgen im Lauf der Zeit für nährstoffreichen Boden, auf dem kräftige Pflanzen wachsen.

Boden auflockern im Blumen- und Gemüsebeet

Um Ihren Traum von einem farbenprächtigen Blumenmeer zu verwirklichen, lockern Sie Ihre Blumenbeete am besten mit dem Grubber auf. Gerade im Blumenbeet sollten Sie vorsichtig vorgehen und grobes Gerät meiden denn hier sind die Wurzeln besonders zart.
Auch Gemüsebeete brauchen den Grubber. Wenn Sie schon Reihen von Salat, Möhren und Co. gepflanzt haben, empfiehlt sich auch hier der Sauzahn, mit dem man den Boden gezielt zwischen den Reihen auflockern kann.  Zum Unkraut jäten können Sie auch die Ziehhacke vorsichtig in Einsatz bringen.

Umgraben oder nicht?

Früher wurde jedes Gemüsebeet im Herbst oder Frühjahr ganz selbstverständlich mit viel Muskelkraft umgegraben. Das sieht ordentlich und fleißig aus, tut aber dem Boden nicht gut denn hier toben sich Milliarden von Lebewesen und Mikroorganismen aus, die für das natürliche Gleichgewicht des Bodens enorm wichtig sind. Gartenboden besteht aus einer langsam gewachsenen Schicht, die man mit grobem Umgraben völlig durcheinander bringt. Viele der Kleinstlebewesen sterben ab, weil sie in untere Schichten verfrachtet werden, wo sie nicht genug Sauerstoff oder Feuchtigkeit vorfinden. Ohne diese lebendige Schicht haben aber auch die Pflanzen keine Chance denn sie werden nicht genug mit Nährstoffen versorgt. Lassen Sie den Spaten also besser im Schuppen – zumindest wenn es darum geht den Boden aufzulockern. Auch der Rücken wird es Ihnen danken.
Trotzdem gibt es Situationen, in denen Umgraben nötig und sinnvoll ist. Zum Beispiel dann, wenn ein bisher ungenutztes Stück in ein Blumen- oder Gemüsebeet umgewandelt werden soll oder der Boden schwer und lehmig ist. Solche schweren Böden graben Sie am besten im Herbst um, damit der Frost im Winter große Erdschollen sprengen kann.  Im nächsten Frühjahr ist der Boden dann leicht zu bearbeiten.

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Kommentare

  1. Gustel Osburg meint

    Sehr geehrte Damen und Herren, ich hatte so ein schlechtes Gewissen, weil ich mit 77 Jahren und einem Herzschrittmacher große Angst vor dem Graben hatte.
    Nun bin ich froh, dass das gar nicht nötig ist. Einen Sauzahn habe ich.
    Für eine Pflanzenbestellung ist es noch zu früh. Im vergangenen Jahr war ich so eilig und dann bangte ich – weil wieder Frost kam – um die schönen Pflanzen.
    Dank ihrer guten Verpackung ist alles gut gegangen.
    Vielen Dank.

  2. Gustel Osburg meint

    Freue mich über ihre Veröffentlichung. Sicherlich werden sich noch mehr Gärtnerinnen aus Leidenschaft über die Erleichterung freuen. Danke.