Steingarten anlegen: Anleitung zum Anlegen eines Steingartens

Die Berge üben nicht nur auf Wanderer eine besondere Faszination aus, sondern auch Gartenbesitzer lieben Edelweiß und Enzian. Die Gebirgsflora ist einzigartig und erfordert etwas gärtnerisches Geschick. Mit einem Steingarten legt man die Basis, mit der sich das Gebirge ins Flachland holen lässt.

Steingärten sind ganz besondere Gartenformen, in denen alpine und Gebirgsstandorte nachgebildet werden. Auf wenigen Quadratmetern entsteht aus Stein und Geröll ein Lebensraum für die alpinen Pflanzen. Die meisten Steingartenpflanzen sind an extreme Standorte gewöhnt und haben markante Eigenarten entwickelt. Nachfolgend erfahren Sie, wie Sie einen Steingarten anlegen können.

Baumaßnahmen am Anfang

Baumaßnahmen am Haus hinterlassen in der Regel Geröll-, Schutt- und Erdhaufen. Warum entsorgen, wenn die Baurückstände als Basis für das Steingarten Anlegen genutzt werden können?

Geröll und Schutt bilden den Untergrund. Durchlässig muss es sein, denn Steingartenpflanzen sind nässeempfindlich. Die Baumaterialien sind in ihrer Wirkung effektiv, haben jedoch optisch nichts mit dem Gebirge gemein. Steine aus dem nächsten Steinbruch oder einer Natursteinhandlung schaffen Abhilfe. Es ist ratsam, heimisches Gestein zu verwenden, da andere Steinmaterialien befremdlich wirken. Ausnahme ist Kalktuff, der auch als Spagetti-Gestein bekannt und unter Steingärtnern sehr beliebt ist. Die Steine werden an einem sonnigen Standort auf dem Gerölluntergrund angeordnet. Die Lücken zwischen den Steinen werden mit kiesiger, gut durchlässiger Erde aufgefüllt. Um ein späteres Setzen der Erde und die Bildung von Löchern zu verhindern, wird die Erde mit einem Holzstiel in die Fugen gepresst. Nach und nach gewinnt der Steingarten an Form und Höhe. Zuletzt wird die Bodenoberfläche zwischen den Steinen mit Kies oder Splitt angereichert. Diese Steinschicht wirkt drainierend. Regenwasser kann rasch abfließen und das empfindliche Laub der alpinen Pflanzen trocknet schneller.

Pflanzung in Fugen und Ritzen

Für den Steingarten bieten sich niedrige oder kissenbildende Stauden und Gehölze an, die nicht größer als 30 cm werden. Die meisten alpinen Pflanzen haben eine frühe Blüte. Am Naturstandort ist die Zeitspanne zur Blüten- und Samenbildung sehr beschränkt. März bis Mai ist der Hauptblütezeitraum im Steingarten. Ab dem Frühsommer lässt der Blütenreichtum spürbar nach. Abwechslung schaffen Zwergfarne auf der sonnenabgewandten Seite und kompakte Gräser zwischen den Blütenpflanzen. Nach der Pflanzenauswahl werden die Steingartenpflanzen zwischen die Steine in die Erde gepflanzt. Ist der Wurzelballen zu groß, wird am Rand die Erde vorsichtig mit den Fingern entfernt. Stauden mit behaarten Blättern umgibt man mit einer Kiesschicht. Sie sorgt für zusätzliche Durchlässigkeit, dass Feuchtigkeit abfließen und das Laub abtrocknen kann. Nach der Pflanzung wird der Steingarten angegossen. Im Gegensatz zu gewöhnlichen Blumen- und Staudenbeeten benötigen die Alpenpflanzen weniger Wasser, da ihre Wurzeln tief ins Erdinnere eindringen.

Pflegemaßnahmen im Steingarten

Nach einigen Wochen sind die frischen Steingartenpflanzen eingewurzelt und entwickeln sich. Nach der recht frühen Blüte sollte der Steingarten durchgeputzt werden. Verblühte Pflanzenteile werden zurückgeschnitten, um das frische Grün der Polster zu fördern. Regelmäßig sollte auf Fäulnis und Schimmel kontrolliert werden. Dichte Polster wirken wie Wasserspeicher, die einen Befall von Pilzkrankheiten auslösen können.

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