Obstbäume richtig schneiden: So wird’s gemacht

Wer Jahr für Jahr reichlich Kirschen, Äpfel oder Pflaumen ernten will, muss seine Obstbäume richtig schneiden, denn nur so bilden die Pflanzen ausreichend Blüten, aus denen später im Jahr die leckeren Früchte entstehen. Viele Gartenbesitzer trauen sich aber nicht so recht, beherzt die Schere anzusetzen weil sie nicht genau wissen wo, wie und wann Sie Ihre Obstbäume schneiden sollten. Wir verraten Ihnen hier alles, was Sie zum Thema Obstbäume richtig schneiden wissen müssen.

Obstbäume schneiden zum richtigen Zeitpunkt

Generell sind Ende und Anfang des Jahres ideal um Beerensträucher und Obstbäume zu schneiden. Die Tage sollten frostfrei sein aber noch nicht so warm, dass die Bäume beginnen auszutreiben. Zu diesem Zeitpunkt heilen die Wunden, die der Schnitt verursacht, am besten wieder zu und es gibt noch keine jungen Triebe und Knospen, die beim Schnitt verletzt werden könnten. Im Frühjahr hat die Pflanze dann schon genug Kraft, um üppig auszutreiben. Ausnahmen von dieser Regel bilden Pfirsich und Süßkirsche. Während man den Pfirsich im April oder Mai schneidet, ist die Kirsche im Sommer gleich nach der Ernte dran. Die Knospen des Pfirsichs mögen es, wenn sie durch den Schnitt mehr Luft und Licht bekommen und wachsen anschließend umso besser.
Etwas entspannter ist der Apfelbaum. Hat man den richtigen Zeitpunkt verpasst, kann man ihn zur Not und ausnahmsweise auch einmal schneiden, wenn er schon blüht. Das sollte aber nicht zur Regel werden.

Das richtige Werkzeug zum Obstbäume schneiden

Wichtig ist, dass die Schere, mit der Sie Ihre Obstbäume schneiden, wirklich scharf ist. Das erleichtert Ihnen die Arbeit, ist aber auch für den Baum gut, denn auf einer glatten Schnittfläche haben Pilze keine Chance sich anzusiedeln.
Kleine Zweige entfernen Sie mit einer Baumschere. Bei dicken Ästen muss die Bügelspannsäge ran. Achten Sie auch auf lose Rindenstückchen am Stamm. Hier sollten Sie den Rindenschrapper ansetzen, um Schädlingen keinen Unterschlupf zu bieten.

Der richtige Obstbaumschnitt

Generell gilt: So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Damit sie eine reiche Ernte bringen, sollte Sie Ihre Obstbäume regelmäßig schneiden.
•    Parallel wachsende Konkurrenztriebe behindern sich auf Dauer gegenseitig. Einen von beiden sollten Sie entfernen.
•    Auch überkreuz wachsende Äste stören sich, da sie aneinander scheuern. Entfernen Sie den steiler wachsenden Trieb.
•    Äste, die nach innen in Richtung Baumkrone wachsen, sollten Sie ebenfalls entfernen, da sie kaum Blüten bilden, dafür aber den anderen Ästen Luft und Licht nehmen. Kappen Sie diese gleich am Ansatz.
•    Senkrecht wachsende Äste (Wasserschosser) bei jungen Bäumen waagerecht an andere Äste binden. Wachsen sie senkrecht, tragen sie keine Früchte. Bei älteren Gehölzen müssen sie entfernt werden.
•    Peitschentriebe (nach unten hängende Zweige) bei Kirschbäumen entfernen, um Pilzbefall zu vermeiden.

Schneiden Sie die Äste auf Astring, das heißt nicht flach am Stamm, sondern an der schmalen Rindenwulst, die zwischen Stamm und Ast sitzt. Lassen Sie keine Aststummel stehen, da diese nicht richtig verheilen. Pilzbefall kann die Folge sein.
Bei jungen Gehölzen schneidet man die Triebe kurz über einer Blattknospe ab – und zwar leicht schräg, so dass Regenwasser nicht auf die Knospe, sondern von ihr weg läuft.
Nach dem Obstbaum-Schneiden sollten Sie die Ränder mit dem Messer glätten und die Schnittstellen sauber wischen. Wer es mit seinen Obstbäumen ganz besonders gut meint, streicht Wundwachs oder Baumwachs auf die Schnittstellen um diese sauber zu verschließen.
Trauen Sie sich ruhig! Auch bei falschem Schnitt wird nicht gleich die ganze Ernte ausbleiben oder der Baum eingehen. Man muss einfach ein bisschen Erfahrung sammeln und das geht nur durch Tun!

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