Tomaten selbst ziehen

Für einen echten Gärtner gibt es nichts Schöneres, als die Früchte seiner Arbeit zu ernten. Und wo geht das besser als im eigenen Gemüsegarten? Zu den wichtigsten Bewohnern des Nutzgartens gehören Tomaten, die auch für Einsteiger problemlos selbst zu ziehen sind.

Tomaten sind im Gemüsegarten unverzichtbar. Besonders in den letzten Jahren hat sich die Sortenvielfalt des gesunden Gemüses deutlich vergrößert. Heute gibt es sie in den außergewöhnlichsten Formen, Farben und Geschmacksnuancen. Beliebt sind Klassiker, wie die Sorte ‚Harzfeuer‘, die aromatischen Cherrytomaten oder die seltenen Paprikatomaten. Tomaten selbst zu ziehen ist dabei deutlich einfacher, als vergleichsweise andere Gemüsearten.

Tomaten aussäen

Wer Tomaten selbst ziehen und dabei eine möglichst frühe Ernte möchte, benötigt auch einen frühen Kulturstart. Mit Ausklang des Winters beginnt nun die Tomatenkultur in geschützter Kultur. Tomaten sind generell wärme- und sonnenliebende Gemüsepflanzen. Die Vorkultur bis zur Jungpflanze dauert etwa 6 bis 8 Wochen. Ausgepflanzt wird nach den Eisheiligen, um mögliche Spätfröste zu umgehen. Ab Ende Februar lassen sich Tomaten aussäen. Hat man sich für seine Lieblingstomaten entschieden, werden die Tomatensamen gleichmäßig in feuchte, nährstoffarme Aussaaterde ausgesät. Jede Sorte erhält ein eigenes Aussaatgefäß. Man möchte einen Sortenmix vermeiden, um mögliche Konkurrenz durch unterschiedliche Wuchsstärken auszuschließen. Jedes Gefäß wird mit einem Namensschild etikettiert, um spätere Verwechslungen zu vermeiden.

Die Tomatensamen werden ganz leicht mit Sand abgesiebt, vorsichtig mit Wasser überbraust und mit einer lichtdurchlässigen Abdeckung versehen. Sie dient dem Verdunstungsschutz und verhindert ein Austrocknen der Samen. Für die Vorkultur von Tomaten eignen sich sogenannte Fensterbank-Gewächshäuser. Sie bieten alles, was man für eine erfolgreiche Tomatenkultur benötigt.

An einem hellen warmen Platz auf dem Fensterbrett oder im Gewächshaus sieht man bereits nach einigen Tagen das erste Grün der Sämlinge. Tomaten aussäen lohnt sich!

Tomaten pikieren

Nach ungefähr drei bis vier Wochen haben sich die Tomaten zu 1 bis 2 cm großen Sämlingspflanzen entwickelt. Zu geringe Abstände und feuchtwarmes Mikroklima können zu Erkrankungen und Pilzbefall führen. Durch das Tomaten Vereinzeln, auch als Tomaten pikieren bekannt, gibt man den jungen Pflanzen mehr Platz für die weitere Entwicklung. Die Tomatensämlinge werden vorsichtig mit einem Pikierholz aus dem Aussaatgefäß entnommen. Lange unverzweigte Wurzeln werden mit dem Messer oder dem Fingernagel eingekürzt. Die Jungpflanzen werden in Pikierschalen oder besser in ‚Jiffy‘ Torf-Töpfe mit Anzuchtserde eingesetzt. Hierzu wird ein Loch mit einem Pikierholz gestochen, der Sämling gerade eingesetzt und die Erde vorsichtig angedrückt. Die Verwendung der Torftöpfe hat den Vorteil, dass das Auspflanzen deutlich erleichtert wird, denn die Jungpflanzen werden später samt Topf ins Beet gepflanzt. Nach dem Pikieren werden die Tomaten-Jungpflanzen mit Wasser überbraust und entwickeln sich bis zum Aussetzen zu kräftigen Tomatenpflanzen.

Sie sehen, es ist ganz einfach Tomaten selbst zu ziehen!

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