Gemüse oder Obst? Der tolle Tomatenbaum

Die Baumtomate (Cyphomandra betaceae) ist schon eine Pflanze, die meine Begeisterung verdient. Aber mit dem Aroma von Tomaten können ihre saftigen feuerroten und eiförmigen Früchte nicht dienen, vielmehr sind sie mit ihrem angenehm süß-säuerlichen Geschmack ein leckeres Obst, das man geschält frisch oder im Obstsalat genießt. Als Nachtschattengewächse sind sie allerdings mit der Tomate eng verwandt und auch die Heimat in den  Anden teilen die Tropenkinder mit unserem Lieblingsgemüse. Die Baumtomate ist eine Kübelpflanze, die mit rasantem Wachstum  schon in einem Jahr je nach Schnitt 180-300 Zentimeter Höhe erreicht, sehr hübsch mit zartlila Trauben blüht und wunderbar süß (ich sage: tropisch) duftet. Ein echter Duftbringer für den Sitzplatz am Haus oder für den Wintergarten. Anschließend setzen von selbst die eigroßen Früchte an. Bei uns bleiben sie lange als auffälliger Schmuck hängen, bis sie irgendwann doch auf dem Teller landen. Unsere Freunde dürfen dann mal raten, was das für eine tolle Pflanze ist. Fast keiner kommt drauf, obwohl es die Früchte durchaus gelegentlich auf guten Märkten gibt. Mir gefallen auch die samtigen großen Blätter, die den Sommer über auf der Terrasse für Schatten sorgen. Ansonsten ist die Pflanze einfach zu pflegen- ich vergleiche sie da gerne mit Datura – der Engelstrompete, die ebenfalls aus den Anden stammt. Ähnlich wie die wächst sie schnell und üppig und wird wie diese kühl, ohne Blätter und fast ohne zu gießen frostfrei überwintert, das gelingt leicht und Platz sparend im Keller, in der Garage oder im Flur.  Die langen Triebe schneidet man vorher bis auf 30-40 cm lange Stummel ab. Keine Sorge: wenn man den Pflanzen zwischen Februar oder April neue Erde und ein eimergroßes Gefäß gibt, treiben sie ruck-zuck wieder aus und tragen im Sommer und Herbst noch mehr.

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