Tomaten pflanzen und richtig pflegen

Die Tomate zählt zu den wichtigen Gemüsearten im Hausgarten. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts hat sie einen festen Platz auf unserem Speiseplan und ihre Früchte schmecken am besten frisch geerntet vom Tomatenbusch.

Ihre Heimat hat die wärmeliebende Tomate in Mittel- und Südamerika. Nachdem das Gemüse nach Europa eingeführt wurde, trat sie einen Siegeszug in den Hausgärten an. Wurden früher nur eine Handvoll Sorten angebaut, ist die Auswahl heute auf mehrere hundert Sorten gewachsen. Sie unterscheiden sich in Geschmack, Fruchtform und -farbe, sowie den Wuchseigenschaften. Immer beliebter werden veredelte Tomatensorten, denn sie sind widerstandsfähiger, wuchskräftiger und liefern bessere Erträge. Das Tomaten pflanzen im eigenen Garten ist grundsätzlich nicht schwierig, insofern einige Regeln beachtet werden.

Tomaten pflanzen: Tomatenanbau im Garten

Die Tomatenkultur im Freiland setzt einen sonnigen Platz mit nahrhafter fruchtbarer Erde voraus. Gepflanzt wird das wärmeliebende Gemüse nach den letzten Frösten, die abhängig von der Region bis Mitte oder Ende Mai auftreten können. Nach einer tiefgründigen Bodenlockerung empfiehlt es sich, Kompost oder organischen Dünger einzuarbeiten. Tomaten benötigen für ihr rasches Wachstum ausreichend Nahrung, denn ansonsten bilden Tomaten nur wenige und kleine Früchte aus.

Ende März ausgesäte Tomaten sind nach dem Vereinzeln bis Mitte Mai zu gesunden Jungpflanzen herangewachsen. Um sie ins Freiland auszupflanzen, können sie noch vor den Eisheiligen abgehärtet werden. Dabei werden die Tomatenjungpflanzen ins Freie gestellt, damit sie sich an die Außentemperaturen gewöhnen können. Meldet der Wetterbericht jedoch Fröste, sind die Tomaten unbedingt ins Haus zu holen.

Zum Auspflanzen sollte die Bodentemperatur mindestens 15°C betragen und der Boden leicht feucht sein. Der Wurzelballen der Tomaten-Pflanzen wird nur zu zwei Drittel in die Erde gesetzt. Auf diese Weise minimiert man die Gefahr einer Stängelgrundfäule. Pro Quadratmeter sind in etwa drei Pflanzen im Abstand von ca. 60cm zu pflanzen. Höhere Erträge als im Freiland erhält man in der geschützten Kultur. Sie kann entweder unter Folie oder in einem Kleingewächshaus erfolgen. Die Pflanzung kann etwa zwei bis drei Wochen früher ab Ende April durchgeführt werden. Steigen die Temperaturen über 30°C, ist regelmäßiges Lüften unverzichtbar.

Die meisten Tomaten werden mannshoch als Stabtomaten kultiviert. Ihr Spross wird nach einiger Zeit so schwer, dass eine Stütze benötigt wird. Hierzu können Spiralstangen, Holzstäbe oder Drähte dienen, die im Zuge des Pflanzens installiert werden. Mit der weiteren Pflanzenentwicklung werden die Triebe nicht zu straff mit Bindematerial befestigt.

Im Gegensatz zu Buschtomaten werden Stabtomaten eintriebig kultiviert. Um Seitentriebe zu unterdrücken, werden im jungen Stadium Verzweigungen aus den Blattachseln mit den Fingernägeln herausgeknipst. Man nennt diese Kulturmaßnahme Entgeizen. Neben den Seitentrieben werden auch die unteren Blätter bis zum ersten Fruchtansatz entfernt, um eine Ausbreitung von Pilzkrankheiten zu reduzieren. Zusätzlich sind überzählige Blütenstände auszubrechen, denn in unserem Klima reifen nur etwa fünf Blütenstände zu großen Früchten heran. Weitere Blütenstände sind zu entfernen, denn sie kosten die Pflanze unnötig Kraft und gehen zu Lasten der Fruchtgröße. Bei der Bewässerung ist das Gießwasser bedarfsgerecht an die Pflanzenwurzel zu leiten. Ideal eignen sich im Wurzelbereich eingelassene Tontöpfe. Sie transportieren das Wasser direkt an die Wurzel. Diese Vorgehensweise verringert einen möglichen Ausbruch von Braun- oder Krautfäule bei den Tomaten-Pflanzen.

Braun- und Krautfäule beim Tomatenanbau

Die Kraut- und Braunfäule (Phytophthora infestans) ist eine Pilzerkrankung, die im Tomatenanbau gefürchtet ist. Sie bricht aus, sobald das Laub der Tomaten-Pflanzen nass wird und schlecht abtrocknet. Zunächst bilden sich braune runzelige Flecken auf Früchten und Stängeln, später färben sich die Blätter braun ein. Ein starker Befall führt zum Absterben der Pflanze.

Entgegenwirken lässt sich durch die Verwendung widerstandsfähiger Sorten oder einem Nässeschutz von oben. Eine Überdachung sorgt beispielsweise dafür, dass die Tomatenpflanzen durch Regen nicht nass werden. Beim Gießen ist darauf zu achten, dass die Blätter trocken bleiben. Mit diesen vorbeugenden Maßnahmen kann man zwar keine Infektion verhindern, aber durchaus einen Befall reduzieren.

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