Obsternte

Die Obsternte im eigenen Garten zählt zweifellos zu den Höhepunkten im Gartenjahr. Die Früchte der schmackhaften Nutzpflanzen sind nicht nur gesund und bereichern den Speiseplan wirkungsvoll, sondern bedeuten echten Genuss aus dem eigenen Garten.

Kaum etwas ist erfüllender als die Früchte der eigenen Arbeit zu ernten. Das trifft im Garten nicht nur im übertragenen, sondern auch im wörtlichen Sinne zu. Gleich vom Baum oder Strauch geerntet, schmecken die süßen oder säuerlichen Früchte am besten. In der Küche dienen sie später als Grundlage für Obstsalate, Kompott, Marmelade oder Fruchtspeisen. Die Einsatzmöglichkeiten sind so vielfältig, wie die Sortenvielfalt der Obstgewächse.

Beerenobst

Mit den ersten roten Erdbeeren wird die Obsternte im Garten eingeläutet. Die reifen Früchte sollten täglich geerntet werden. Überreife Früchte beginnen rasch zu faulen und sind Infektionsherd für Pilzkrankheiten. Diese Früchte entsorgt man am besten gleich auf dem Kompost. Den Erdbeeren folgen die Himbeeren, die sich zahlreich an den Ruten bilden. Johannis- und Stachelbeeren schließen sich in der Reihenfolge an. Bei der Stachelbeerente muss behutsam vorgegangen werden, denn es droht durch die Stacheln Verletzungsgefahr. Ähnlich verhält es sich mit den Brombeeren. Auch an ihren Trieben sind feine Stacheln, die sich bei der Ernte tief in die Haut bohren können. Klug beraten sind diejenigen, die stachellose Brombeeren angepflanzt haben.

Obsternte von Süß- und Sauerkirschen

Süß- und Sauerkirschen werden je nach Sorte im Hochsommer reif. Süßkirschen werden häufig von einem Schädling, der Kirschfruchtfliege heimgesucht. Sie fliegt von Ende Mai bis Anfang Juli und legt ihre Eier in die reifende Frucht. Nach ein bis zwei Wochen schlüpfen die Maden ernähren sich vom Fruchtfleisch um den Kern. Sie wachsen heran und werden zur bösen Überraschung beim Verzehr. Vorsorglich kann man im Hausgarten mit Gelbfallen arbeiten. Diese klebrigen Tafeln werden bei der Gelbfärbung der Kirschen an die Süd- und Westseite des Baumes gehangen. Die Farbe erinnert die Fliegen an heranreifenden Kirschen. Auch die Sortenwahl kann Schutz vor dem Schädling bieten, indem auf Sorten mit besonders früher oder später Reife gewählt werden. Bei der Wahl des Obstbaumes empfiehlt es sich auch, auf einen kompakten Wuchs und eine kleine Krone zu achten. Kleine Bäume haben den entscheidenden Vorteil, dass die Ernte mühelos ohne Leiter möglich ist.

Obsternte ab dem Spätsommer

Im Spätsommer reifen die Kulturheidelbeeren heran. Die großen blauen Früchte laden zum Naschen ein. Für eine ergiebige Ausbeute in der Obsternte sollten die Sträucher im Sommer gut feucht gehalten werden. An Klettergerüsten reifen zu Beginn des Spätsommers die ersten Weintrauben in exponierten Sonnenlagen. Ähnlich warme Standorte bevorzugen Aprikosen und Pfirsiche. Die kleinen Obstbäume haben im Spätsommer ausreichend Sonnen tanken können, um ihre süße Früchte bilden zu können. Auch die verwandten Pflaumen laden nun zur Obsternte ein. Der Genuss kann sich wie bei den Kirschen zu einer madigen Überraschung entwickeln. Der Pflaumenwickler, ein Falter, legt seine Eier in die Frucht ab. Sie entwickeln sich zu stattlichen Maden, die den Appetit verderben. Die Überwinterung findet im Boden oder an den Stämmen statt. Vorbeugend sollte man den Stamm im Frühjahr auf Larven untersuchen und bei einem Befall die Schädlinge vernichten. Birnen und Äpfel sind hierzulande in fast jedem Garten wiederzufinden. Ihre Früchte werden je nach Sorte ab dem Spätsommer reif. Die Ernte des Obstes erfolgt ganz einfach direkt vom Baum. Beim Abnehmen sind Druckstellen unbedingt zu vermeiden, denn an diesen Stellen verderben die Früchte innerhalb kürzester Zeit.

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