Eisheiligen 2019 – Frost mitten im Frühling?!

Das kalte Wetterphänomen im Mai und die Eisheiligen-Bauernregel fürchten viele Gärtner von Jahr zu Jahr. Kommt es in Mai noch zu Frost oder darf die Aussaat endlich ins Freie gepflanzt werden? Wir erklären Euch was sich hinter dieser alten Bauernweißheit verbirgt und geben Euch Tipps zum Pflanzen.

Die Sonne strahlt schon und die Vögel zwitschern, dann ist es doch die perfekte Zeit um Blumen und Bäume zu pflanzen, oder? Laut der Eisheiligen-Bauernregel nicht ganz, denn vor Ende Mai ist das Risiko für einen schädlichen Kältetief sehr hoch. „Ehe nicht Pankratius, Servatius und Bonifatius vorbei, ist nicht sicher vor Kälte der Mai.“ – lehrt uns die alte Weißheit. Aber warum?

Eisheiligen – der Ursprung

Die alt bekannte Bauernregel zu Eisheiligen, oder auch „gestrenge Herren“ und „Eismänner“ genannt, benennt die Tage der Kälteeinbrüche. Denn Mitte Mai senken sich gewöhnlich die Temperaturen stark nach unten, sodass es teilweise zu Frost kommt. Das kann schon einen oder anderen Hobbygärtner beängstigen. Bereits vor Jahrhunderten haben die Bauern dieses Phänomen beobachtet. Auch Meteorologen bestätigen die Regelmäßigkeit: von Jahr zu Jahr kommt es in Mai zu Kaltlufteinbrüchen und zu nächtlichem Frost.

Als „Eisheilige“ bekannte Mai-Tage bezeichnen aber eigentlich die kirchlichen Gedenktage zu Ehre katholischer Bischöfe und Märtyrer aus dem 4. Und 5. Jhd.: Mamertus (11. Mai), Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai), Bonifatius (14. Mai) und Sophie (15. Mai). Da das kalte Wetterphänomen zufällig auf diese Tage fällt, wurde es im Volksmund ebenfalls als „Eisheiligen“ bezeichnet. Seit der Kalenderreform aus dem Jahr 1582 wurden die Daten um über eine Woche nach hinten verschoben, sodass die Eisheiligen eigentlich erst ab ungefähr 22. Mai beginnen müssten. Dieses Datum ist aber von Region abhängig, denn im Norden von Deutschland beginnen die Eisheiligen etwas früher als im Süden.

Pflanzen schützen vor Frost

Sitzen die jungen Blumen und Bäume bereits in der Erde und es kommt zu Frost, dann ist noch nicht alles verloren. Einen kurzzeitigen Schutz bieten beispielsweise Vlies und Reisig. Achtet bei der Wahl nach einem Schutz auf die Eigenschaften: atmungsaktiv, licht- und wasserdurchlässig. Denn besonders in der Wachstumsphase benötigen die Pflanzen viel Licht. Außerdem kann unter der Plane sich schnell Feuchtigkeit einsammeln und zu einem Luftstau führen. Der Winterschlauch-Vlies lässt sich z.B. zu alldem auch noch oben & unten mit einem Band oder einer Kordel verschließen, was zu einen leichteren Handhabung führt. Wer es etwas dekorativer mag, kann auch Motiv-Pflanzenschutz greifen, wie z.B. ‚Schaf‘, ‚Schneemann‘ oder ‚Hund‘. Auch Kokos-Abdeckscheiben schützen vor Frost von oben und vor Austrocknung der Erde im Sommer, außerdem unterdrücken sie das Wachstum von Unkraut.

Bauernregeln

Die eigentlichen Bauernregeln wollen wir Euch natürlich nicht verheimlichen und haben hier eine kleine Auswahl für Euch getroffen:

  • Die Pankrazi, Servazi und Bonifazi sind drei frostige Bazi und zum Schluss fehlt nie die kalte Sophie.
  • Pankratius und Servatius bringen oft Kälte und Verdruss.
  • Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz.
  • Pankratz und Servaz sind zwei böse Brüder, was der Frühling gebracht, zerstören Sie wieder.
  • Wenn’s an Pankratius friert, so wird im Garten viel ruiniert.
  • Pankratz und Urbanitag ohne Regen – versprechen reichen Erntesegen
  • Vor Nachtfrost du nicht sicher bist – bis Sophie vorrüber ist.
  • Die kalt‘ Sophie, die bringt zum Schluß, ganz gern noch einen Regenguß.

Bauernregel hin oder her – wenn es um Wetter geht, so ist es nie ganz vorhersehbar, daher: bevor ihr die Setzlinge ins Freie setzt, schadet ein Blick mehr auf den Wetterbericht nie! Wer aber lieber nicht riskieren möchte, wartet einfach bis Ende Mai.

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