Alles Gute kommt von Oben? Der richtige Umgang mit Fallobst

Der ein oder andere wird das noch aus dem Garten der Großeltern kennen: man schlendert durch das schöne Grün und tritt auf etwas Matschiges, das ungesehen im hohen Gras liegt. Schnell und unschwer zu erkennen stellt sich heraus, dass es sich um einen einfachen Apfel handelt, der vom nahegelegenen Apfelbaum gefallen ist. Fallobst nennt man diese auf den ersten Blick ungenießbaren Früchte, doch man irrt, wenn man glaubt Fallobst sei nur zum Wegwerfen gut.

Fallobst: auf die Qualität kommt es an

Selbstverständlich sollte man sich nicht gleich über den gefallenen Apfel hermachen. Es lohnt aber ihn etwas näher zu betrachten und sich dann zu überlegen, was man als nächstes mit ihm machen kann. Fragen Sie sich mit detektivischem Gespür und der gebotenen Neugier: „Warum liegt der Apfel dort überhaupt?“. Er könnte vom Baum gefallen sein, weil ihn ein kräftiger Wind, ein Gewitter oder sogar Hagel vom Baum geworfen hat. In diesem Fall ist er wahrscheinlich noch unreif und eignet sich nicht zur Weiterverarbeitung.

Die nächste Möglichkeit wäre, dass er vom sogenannten Apfelwickler befallen wurde. Es kann eine Raupe gewesen sein, die sich vor der Verpuppung vom Fruchtfleisch ernährt und auf diese Art reife Äpfel zu Fall bringt. Solange sich im Bohrtunnel dieser Raupe niemand mehr befindet, können Sie den Apfel also essen oder ihn zu Mus und Kuchen verarbeiten. Wichtig ist dann, dass Sie dies möglichst schnell tun. Angebohrte Äpfel faulen schnell und eignen sich nicht zum Lagern.

Zu guter Letzt fällt ein Apfel natürlich vom Baum, wenn er schlichtweg reif und damit essbar ist. Wie andere Früchte, zum Beispiel Nüsse, die ohnehin nur als Fallobst vom Boden geerntet werden, können Sie diese natürlich nach Belieben essen, lagern oder weiterverarbeiten.

Oft gefragt: darf Fallobst auf den Kompost?

Weit verbreitet ist der Irrglaube, man könne Fallobst, wie im Beispiel des Apfels, unbeachtet irgendwelcher Risiken auf den Kompost werfen. Dahinter steckt natürlich die Frage nach der Schädlichkeit der gefallenen Früchte. Grundsätzlich sollten Sie die Äpfel eher nicht auf den Kompost werfen, vor allem dann nicht, wenn sich im Obst noch Raupen, Maden oder ähnliches Getier aufhält. Diese Tierchen führen zur Entwicklung von Giftstoffen, die Ihren Kompost beeinträchtigen können. Sollten Sie doch den einen oder anderen Apfel auf den Kompost legen wollen, ist neben dem Schädlingsbefall darauf zu achten, dass die Äpfel gut verteilt werden und der Kompost gut durchlüftet ist. Andernfalls entwickelt sich schnell Schimmelpilz.

Am Ende bleibt Ihnen aber auch noch der Griff zur grünen Biotonne. Hierbei sollten Sie die Bestimmungen des entsprechenden Landkreises beachten und die Tonne höchstens zur Hälfte mit den schweren Früchten füllen. Einige landwirtschaftliche Betriebe bieten auch die kostenpflichtige Abholung von Fallobst an.

Und einen oder anderen Apfel können Sie ruhig einfach liegen lassen. Denn ohnehin freuen sich Mäuse, Igel und andere Tiere viel eher über ein wenig Fruchtsüße, die sie gut verteilt im Gebüsch des Gartens finden.

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