Tomaten ausgeizen: so einfach geht’s

Tomaten wachsen bestens im Garten, auf der Terrasse und auf dem Balkon. Und um das große Wachstum der Pflanze etwas unter Kontrolle zu halten, gehört das Ausgeizen zu einer wichtigen Pflegemaßnahme. Tomaten ausgeizen wird außerdem von vielen Gärtnern empfohlen, damit die Tomatenpflanze qualitativ bessere Früchte entwickeln kann.

Bedeutung von „Ausgeizen“

Unter dem Begriff „Ausgeizen“ versteht man das Ausbrechen von jungen Trieben, die in den Blattachseln der Tomatenpflanze wachsen. Das Ausgeizen reduziert insgesamt die Triebe und Fruchtansätze. Würde man die sogenannten Geiztriebe belassen, so würden sie sich später entwickeln als der Haupttrieb, und dabei mehr Blattmasse und weniger Blüten bilden. Aus diesem Grund tragen sie auch kleinere Früchte – sie „geizen“ also mit ihren Erträgen. Die große Blatt- und Triebmasse erschwert zudem die notwendigen Pflegearbeiten.

Informieren Sie sich zuerst über die Sorte Ihrer Tomatenpflanze, bevor Sie sich für das Ausgeizen entscheiden. Denn nicht alle Sorten benötigen diese Pflegemaßnahmen, wie z.B. die Busch-, Strauch– und Wildtomaten. Hingegen benötigen die eintriebig gezogenen Tomatenpflanzen, die sogenannten Stabtomaten, unbedingt die korrigierenden Eingriffe.

Vor- und Nachteile

In erster Linie fördert das Ausgeizen der Tomatenpflanzen das Wachstum der Tomaten. Denn je weniger überschüssige Seitentriebe vorhanden sind, umso mehr Nährstoffe und Energie bleiben für die Tomaten übrig. So werden die Tomaten größer und saftiger. Bei Fleischtomaten verhindert das Ausgeizen beispielsweise, dass Seitentriebe schwere, große Früchte ansetzen, die sie gar nicht tragen können, sodass sie abreißen oder umknicken. Weniger Triebe bedeutet auch, dass die Pflanze insgesamt weniger Platz benötigt, da sie sich mehr auf Fruchtbildung und Stielwachstum konzentriert. Kleinere Anzahl an Blättern führt zum schnellerem Abtrocknen nach dem Regen, sodass die Pilzkrankheiten sich weniger ausbreiten. Zudem könnt ihr die abgeschnittene Triebe gut als Dünger verwenden.

Anderseits entstehen durch das Ausgeizen offene Wunden an der Pflanze. Durch diese Wunden können Krankheitserreger leichter eindringen. Das Ausgeizen führt auch zu einer Instabilität, sodass die Pflanze unbedingt gestützt werden muss. Und natürlich muss Tomaten ausgeizen fachgerecht geschehen, da den Anfänger es schwerer fällt zwischen Haupttrieb und Seitentrieb zu unterscheiden. Entfernt man aus versehen die Fruchttriebe, könnte die Ernte geringer ausfallen. Und zu aller letzt ist Tomaten ausgeizen zeitlich aufwändig, dann das muss regelmäßig geschehen, etwa alle zwei bis drei Wochen.

Richtiger Zeitpunkt

Idealerweise beginnen Sie mit Ausgeizen schon direkt nach der Pflanzung, also Anfang Mai im Gewächshaus oder Mitte Mai im Freiland, sobald die ersten Seitentriebe wachsen. Die beste Uhrzeit ist hierbei möglichst morgens, denn tagsüber trocknen die Wunden rasch ab. Wählen Sie einen bis drei Haupttriebe aus, welche sozusagen die Spitze der Tomate bilden, und knipsen Sie nachkommende Triebe aus, die den geraden Wuchs stören können.

Unterschied zwischen Geiztrieb und Haupttrieb

Beginnen Sie mit der Untersuchung der Tomatenpflanze von oben nach unten und prüfen Sie alle Blattachseln. Die Geiztriebe von Haupttrieben zu unterscheiden ist relativ einfach, denn Geiztriebe…

  • entstehen immer in den Blattachseln von bereits großen Blättern
  • bilden sich manchmal auch hinter den Blüten
  • wachsen in einem 45-Grad-Winkel vom Haupttrieb weg
  • sind noch dünn und elastisch
  • bildet zuerst Blätter, keine Blüten

Tomaten richtig ausgeizen

Zum Entfernen der Seitentriebe benötigen Sie in der Regel kein Werkzeug. Ist ein Geiztrieb schon recht dick, verwenden Sie zum Entfernen lieber doch ein scharfes Messer oder eine Gartenschere. Versuchen Sie dabei die Wunden so klein wie möglich zu halten.

  • einen kleinen frischen Geiztrieb können Sie einfach tief unten am Stiel vorsichtigt mit den Fingern abknipsen
  • kleine Triebe können Sie auch langsam vor- und zurückgebeugen, bis er sauber abbricht, denn sie lösen sich noch leicht von der Blattachsel, in der sie sitzen
  • etwas ältere und festere Geiztriebe sanft zur Seite wegknicken
  • reißen Sie die Triebe niemals aus, denn dadurch entstehen größere unregelmäßige Wunden
  • schneiden nicht über der Blütendolde
  • entfernen Sie alle Triebe bis auf vier oder fünf Stück

Achten Sie nach dem Entgeizen beim Gießen darauf, dass die Wunden in den ersten Tagen nicht nass werden, sonst steigt das Infektionsrisiko.

 

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